Kurzzusammenfassung der Situation in Gambia

Gambia ist das kleinste Land Afrikas und findet entsprechend wenig Beachtung in unserer Öffentlichkeit. Doch die Herrschaft des Despoten Yahia Jammeh hat das kleine Land in den letzten Jahren und Monaten in eine der repressivsten Diktaturen des Kontinents geführt. Herr Jammeh ist der Meinung, er persönlich könne Aids heilen und hält Homosexualität für eine Sünde, die daher mit lebenslanger Haft bestraft werden soll.
Das Land hat mittlerweile alles zu bieten, was der UNO-Menschenrechtsrat und Amnesty International anprangern: Folter, Hinrichtungen ohne Urteile, Todesfälle in Haft, willkürliche Verhaftungen, Verschwundene und noch vieles mehr.
Der UN-Sonderberichterstatter für Folter erklärte im Jahr 2015 zu Gambia: „Die Foltermethoden sind brutal; u. a. erhalten die Häftlinge äußerst heftige Schläge mit harten Gegenständen oder Stromkabeln; ihnen werden Stromstöße versetzt; ihnen wird die Luft abgeschnürt, indem man ihnen eine Plastiktüte über den Kopf zieht, die dann mit Wasser gefüllt wird; oder ihnen werden Verbrennungen mit heißer Flüssigkeit zugefügt.“ Aus diesem Grund hat die europäische Union in den letzten Jahren einen Großteil seiner Hilfszahlungen eingestellt.

Viele Menschen können nicht in Gambia leben und müssen ihrem Land traurigerweise den Rücken kehren. Obwohl die politische und menschenrechtliche Situation in Gambia nicht unbekannt ist, ist die Anerkennungsquote des BAMF (Bundesagentur für Migration und Flüchtlinge) erschreckend gering. Es geht soweit, dass Baden-Württemberg in diesem Jahr bereits Menschen in diese Diktatur abgeschoben hat. Den vorläufigen traurigen Höhepunkt fand dies in der ideologisch populistischen Forderung des baden-württembergischen Innenministers Strobl, Gambia doch als sicheren Herkunftsstaat einzustufen.
Wir treten dem entgegen und fordern die Situation in Gambia endlich anzuerkennen. Die menschenrechtlich gebotene Antwort muss lauten, Menschen nicht in eine Diktatur abzuschieben!

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2 Gedanken zu “Kurzzusammenfassung der Situation in Gambia

  1. Herr Strobel, Gambia ist nie und nimmer ein sicheres Herkunftsland! Wer Fluechtlinge aus diesem Land zurueckschickt, begeht ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit!

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  2. Viele junge Männer haben alles was sie besitzen und ihr Leben eingesetzt um aus diesem Land zu entkommen. Sehr viele waren zu arm und konnten in Gambia nichts lernen. Anstatt Entwicklungshelfer auszubilden muss man diese Männer ausbilden, denn wenn Gambia wieder sicher ist braucht man dort Männer die etwas gelernt haben. Die allermeisten wollen ja wieder zurück. Die westliche Welt hat eine Verantwortung gegenüber Afrika, auch wenn dieses Land „nur“ Erdnüsse und Tourismus bietet, es ist ein Kleinod auf unserer Welt. Schon um der Menschen willen die dort friedlich leben wollen muss sich die westliche Welt überlegen, wie sie diesen Diktator handlungsunfähig machen können.

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